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( Bombsight`s)

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Bombenzielgeräte

 

BZG - Bombenzielgerät

Die ersten Waffen zur Bekämpfung von Zielen am Boden vom Flugzeug aus waren sogenannte Fliegerpfeile, etwa bleistiftgroße spitze Stahlstifte mit Stabilisierungsflossen, die aus genügend großer Höhe abgeworfen einen direkt getroffenen Soldaten schwer verwunden oder töten konnten, sowie gewöhnliche Handgranaten, die vom Beobachter im Cockpit mitgeführt und einfach über die Bordwand aus dem Flugzeug fallen gelassen wurden.

Auch die ersten leichten Bomben (wenige kg schwer) wurden noch so gehandhabt. Mit größer werdenden Bomben wurde diese Methode unpraktisch, und es wurden Halterungen außen an den Rumpfseiten eingeführt, in denen die Bomben senkrecht mitgeführt wurden. Die noch größeren Bomben wurden zur Verminderung des Luftwiderstands aerodynamisch ausgeformt und von den Großflugzeugen in waagerechter Position in Halterungen unter dem Rumpf oder den Tragflächen transportiert. War es bei den anfänglichen kleinen Bomben noch einigermaßen praktikabel, sie im Tiefflug nach Gefühl und Erfahrung "über den Daumen gepeilt" zu zielen, so machten die großen Bomben eine Zielvorrichtung erforderlich.

Hilfsmittel zum Zielen

 

Da bei gleicher Zuladung von den großen Bomben nur eine geringere Stückzahl mitgeführt werden konnte, waren Fehlwürfe möglichst zu vermeiden. Aus einem ähnlichen Grund wurde von den Großflugzeugen auch die mögliche Zuladung üblicherweise nicht in Form einer großen Bombe, sondern bevorzugt in Form mehrerer kleinerer Bomben mitgeführt. Auch die immer größer werdenden Flughöhen, aus denen die Bomben abgeworfen wurden, um das Risiko durch die Bodenabwehr zu verringern, verlangten nach einem Hilfsmittel zum Zielen. 

Die Firma Zeiss hatte schon vor dem Krieg ein Zielfernrohr für den Einsatz in Luftschiffen entwickelt, die ursprünglich als strategische Bomber gedacht waren. Dieses konnte in Abhängigkeit der Flughöhe und der Geschwindigkeit über Grund eingerichtet werden. Angepasst an deren größere Geschwindigkeiten, wurde es ab 1916 auch in Flugzeugen verwendet. Von der Firma Görz stammte eine spezielle Ausführung für den Einsatz bei Nacht.

Der klassische Bombenabwurf

Bomben

 

Allgemein wurden im 1 & 2.Weltkrieg  folgende Bombentypen verwendet:                          

 

                                                                                                                                      Sprengbomben

                                                                                                                                      Splitterbomben

                                                                                                                                      Brandbomben

                                                                                                                                      Gasbomben

                                                                                                                                      Spezialbomben (z.B. Torpedos, Lenk- Gleitbomben)

 

 

Wirkung je nach der Fall­höhe und Objekt waren sehr unterschiedlich!

 

Beispiel Wirkung der Splitterbomben mit verschiedenen Gewichts-Massen.

Ballistik des Bombenabwurfes.

 

Als Treibmittel tritt die Flugzeuggeschwindigkeit und die Erdanziehung in Erschei­nung (ausgenomen angetrieben Bomben). Im Lufterfüllten Raum tritt nach einer gewissen Fallhöhe eine Geschwindigkeit auf, die sich trotz weiterem Fallen nicht mehr erhöht. Diese nennt man "Endgeschwin­digkeit". Diese wird je nach der Bombenform verschieden, aber allgemein sehr hoch sein.

Ve im Mittel 300 m/sec. = 1000 km/std. Bei guter aerodynamischer Ausbildung der Bom­be kann sie über 700 m/sec. ansteigen, was einer Geschwindigkeit von über 2500 km/std. entspricht. Die gute aerodynamische Form hat aber auch eine Verkürzung der Fallzeit zur Folge, was ebenfalls erwünscht ist, da die Fehler mit der Fallzeit wachsen. Kriegs­technisch ist allerdings die aerodynamisch bessere Bombe ungünstiger, da die Herstel­lung kostspieliger und zeitraubender ist.

 Der freie Fall (luftleerer Raum)

 

Erdbeschleunigung: g = 9,81 m/sec.2

 

Geschwindigkeit: V' Fall. = g x t

 

Fallhöhe: H Fall. = 1/2 g x t2

 

Fallzeit: T' = Wurzel aus : 2 x H : g

 

Wurfweite: W = 0

Der Fall im lufterfüllten Raum

 

Unter Luftraum verstehen wir denjenigen Teil der Erde, der mit Luft erfüllt ist, praktisch: dort wo wir noch ohne besondere Hilfsmittel leben können (Atmosphäre). Die Dichte der Luft nimmt aber (für den Flieger) rasch ab (siehe Figur unten folgend). Zudem bil­det die Luft nicht eine homogene, ruhende Masse, sondern sie kann an einer Stelle dichter, an einer andern weniger dicht sein. Dies ruft dann wieder Ausgleichsströmungen (Wind) hervor.

Die verschiedene Dichte der Luft und die Dichte überhaupt, verän­dern die Fallzeit gegenüber dem freien Fall. Es tritt ein Wider­stand auf, welcher den Fall der Bombe verzögert. (R wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit und darüber). Der Wind beeinflusst die Bahn der Bombe. Die Bombe fällt bei Wind nicht mehr senkrecht. Bei Einwirkung verschiedener Winde kann sich aber der Einfluss aufheben.

Der Wurf im luftleeren Raum:

 

 

H = Fallhöhe (Flughöhe über Ziel)

 

V =Wurfgeschwindigkeit (Fluggeschwindigkeit)

 

W` = Wurfweite = T` x V

 

T`= Wurzel aus 2 x H : g

 

V`(f) = g x t Fallgeschwindigkeit

Der Wurf im Luftraum:

 

V/Fl = Flugzeuggeschw. +/- Windgeschw.

 

V/Fl = Anfangs-Horizontalgeschw.d.B.

 

V = Horizontalgeschw. d.B.

 

VFall = Fallgeschw. = g x t - VR <V`(f)

 

R = Rücktrift

 

 = Rücktriftwinkel

 

W = Wurfweite = W`- R < W`

 

= Visurwinkel (Vorhaltewinkel)

Einwirkung des Windes auf das Flugzeug

 

VW = Grösse des Seitenwindes (Windgeschwindigkeit)

 

SW = Windweg d. Fl. = Fallzeit VW = T . VW

 

Seff = Efektiver Flugweg

 

= Aufkreuzwinkel

 

Z`= Ziel

 

 

 

 

Beim Abwurf bleibt die Bombe in der Richtung der Flugzeugachse um die Rück­tritt R zurück. Bei homogener Strömung der Luft wird sie aber während der gan­zen Fallzeit durch den Wind mit der Ge­schwindigkeit VW mitgenommen. Der Auf­schlag erfolgt daher nicht beim Punkt Z', sondern bei Z, welcher Punkt um die Strecke R, gemessen in der Flugzeugachse zurückliegt.

 

 

 

Ein Ziel muss daher immer derart ange­flogen werden, dass der Flugweg um die Strecke d gegen den Wind gegenüber dem Kartenkurs versetzt ist. Dies wird er­reicht durch seitliches Versetzen des Kornes oder der Kimme (Kursstriches); d.h. die Visierlinie wird dann nicht mehr vertikal sein, Die Strecke d ist nur abhängig vom Rücktriftwinkel * und vom Aufkreuzwinkel *.

 

Dieser Einfluss des Seitenwindes wird, nach Einstellung des Rücktrifftwinkels und nach Korrektur der Abtrift, bei mo­dernen Bombenvisieren automatisch aus­geschaltet.

 

 

 

Bei homogener Windströmung; werden die Verhältnisse komplizierter, indem sich die Einwirkungen teilweise aufheben kön­nen. Es werden aber nur jeweils die Windströmungen korrigiert, in denen sich das Flugzeug gerade befindet, da die da­runter liegenden Schichten das Flugzeug nicht, wohl aber die Bombe beeinflussen. Gegenströmungen in tieferen Schichten können vom Flugzeug aus nicht korrigiert werden.

Bombenvisiere

 

Die Aufgabe des Bombenwerfers im Flugzeug ist es:

 

  • Die Abtrift (Seitentrift) des Flugzeuges festzustellen und zu korrigieren.

 

  • Den Piloten auf dem richtigen Kurs zu halten.

 

  • Die Bombe im richtigen Moment auszulösen.

    Je nachdem, nach welchen Grundsätzen und Methoden dies geschieht, unterscheidet man die Arten des Bombenabwurfes (diese können jedoch auch aus taktischen Gründen verschieden sein).