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ENTWICKLUNG UND EINSATZ DES GROSSEN "PERISKOPVISIER"

"PVE 11 A-1" Doppelvisier 1944

TECHNIK

Das PVE 11 A-1 ist wohl die eindrücklichste Entwicklung von Carl Zeiss in Sachen optischer Periskoptechnik im 2.WK

 

Neue  Kampfflugzeugbaumuster der deutschen Luftwaffe sollten, nach Planung der Luftwaffenführung, ab 1944 mit Höhendruckkammern für die fliegende Besatzung ausgestattet werden. Dies, um gegenüber der künftigen Bedrohung durch hochfliegende Jagdflugzeuge der Alliierten, Paroli bieten zu können. Dazu waren hochkomplizierte ferngesteuerte Waffensysteme, in Kombination mit einem "Fernantriebe" (FA). angedacht. Diese Kombination erforderte ganz neue optische Zielsysteme, die zusammen diesen neuen Aufgaben gewachsen sein sollten. Besatzungen sollte es so  ermöglicht werden, aus druckdichten Flugzeugkanzeln gegen Ihre Gegner zu operieren.                                 

                                                                                                                                                                                 

                                                                                                                                                                                                            Von Erwin Wiedmer

Die Zeit drängte.....

Aufgabe:

 

Das Bedienen und Fokusieren der ferngesteurten Waffenstände durch die Besatzungsmitglieder aus Druckkanzeln heraus.

Das PVE 11 A-1 besteht aus zwei Ausblickköpfen mit kugeligem Abschlußglas, dem schwenkbaren Einblickstutzen und dem langen Fernrohrgehäuse, mit eingebautem eigenem VE-Rechner. Das PVE 11 A-1 reichte durch den ganzen Flugzeugrumpf hindurch, sodass der Schütze freie Sicht in alle Richtungen hat. Sowohl über wie auch unter dem Rumpf.

Die in den Ausblickkopf des PVE eintretenden Lichtstrahlen werden durch das nach Seiten- und Höhenwinkel steuerbare Ausblickprisma senkrecht nach oben in das Objektiv abgelenkt.

Nach Durchtritt durch das Objektiv und die Umkehrlinsen im Ausblickkopf durchlaufen sie ein im Fernrohrgehäuse befindliches gesteuertes Aufrichteprisma, das den Zweck hat, ein Drehen des Bildes bei Seitenwinkelverstellungen zu verhindern, und werden über weitere Umkehrlinsen durch das im schwenkbaren Einblickstutzen angeordnete Dachkantprisma schräg nach oben in die Okularbildebene, wo das Objektbild entsteht, weitergeleitet. Das in der Okularbildebene entworfene Bild wird durch das Okular, das als Lupe wirkt, betrachtet .

 

Das elektrisch beleuchtete Strichbild wird durch ein optisches System über eine Glasplatte in das Fernrohr eingespiegelt und ebenfalls über das Dachkantprisma im schwenkbaren Einblickstutzen in der Okularbildebene abgebildet und mit dem Okular wie das Objektbild betrachtet.

"Das PVE 11-A1 war wohl das technisch hochstehenste Periskopvisier seiner Zeit!

Die komplizierte Doppelschaltbarkeit (Fussschaltung) der Ausblicke nach oben oder unten.

 

Dessen vier Salzpakete gegen die Luft-Feuchtigkeit Zwei kleine in den Glaskugeln sowie die grossen beiden im Periskopkörper.

Die komplizierte Spiegel- und Prismatechnik in ihrer ganzen Feinmechanik."

>> Das PVE 11 besteht aus zwei Ausblickköpfen <<

Junkers Ju 388 L - Die einzige noch erhaltene Maschine wurde als Fernaufklärer  "L" gebaut und steht heute in den USA

TECHNIK
ENTWICKLUNG  DES GROSSEN "PERISKOPVISIER"

Grundlage zur Entwicklung....

Massgebend für die Entwicklung der Periskopvisiere war die Absicht des Reichsluftfahrtministeriums (RLM), ein zweimotoriges mittleres Kampfflugzeug "B" (B-Bomber Programm) als Nachfolger für die Heinkel He 111 und die Junkers Ju 88 entwickeln zu lassen. Geforderte Leistungen des neuen Bombers, durch das RLM sollten sein, sturzflugfähig, eine Bombenlast von 2000 kg, sowie eine Reichweite bis 3600 km und eine Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h. Ab Herbst 1939 nahm diese Absicht konkrete Formen an. Bei den Firmen Junkers und Dornier, dann Heinkel wurden beauftragt, entsprechende Entwürfe vorzulegen. Bei Junkers wurde die Ju 288 konstruiert und bei Focke Wulf die Fw 191 sowie bei Dornier die Do 317. Die Junkers Ju 288, und die Focke Wulf 191 böieben im Wettbewerb um den Serienbau des "B" Bomber Projekts übrig. Schlussendlich war es aber die Junkers Ju 288, die das Rennen machte vor allen Konkurrenten.

Die Junkers Ju 288 und ihr Nachfolgemodel die Junkers Ju 388 sollten durch die zu erwartende allierte Bedrohung durch hochflliegende Bomber (Boeing B-29 ab 1945) und deren Begleitjäger mit Höhenkammern (Höhenkabinen für die Besatzung) ausgerüstet werden. Bei der Konstruktion der Höhenkammer konnte sich Junkers auf umfangreiche Erfahrungen mit eigenen Höhenflugzeugen (Ju 49 /1928, EF 61/1935, Ju 86P/1939) stützen.

Die Druckkabinen der Ju 288 / Ju 388, die mit vier Kugelverschraubungen am Rumpf befestigt war, bestand im unteren Teil aus einer Blechwanne und im oberen aus einem verglasten Gerüst. Der Festigkeitsverband setzte sich zusammen aus biegfesten Rahmenspannten, vier Gurten zur Aufnahme der Längskräfte und zur Weiterleitung der Druckkräfte aus dem inneren Überdruck an die Rahmenspante, Querpfetten zur Stützung der Haut und Weiterleitung der örtlichen Kräfte aus der schubsteifen Haut. Das Gerüst des verglasten Oberteils wurde aus Stahlprofilstreben gebildet, die den Überdruck der Kanzel aufnahmen. Die Verglasung bestand aus "Plexiglas-Doppelscheiben" mit Trockenpatronen.

>> Einsatzreife erlangten die Periskop-Systeme ab 1943 <<

Aufgrund der Fronterfahrungen der Junkers Ju 88 und Ju 188 Besatzungen immer wieder bemängelten Verteitigungspotentials ihres Baumusters gegenüber feindlichen Jägern entstanden Ju 188 Versuchsmuster mit bemannten Heckständen. Was aber bei den neuen geforderten "B" Baumustern mit Ihren Druckkabinen, nicht mehr funktionierte. Denn für eine Höhenmaschine hätte auch der bemannte Heckstand als Druckausführung ausgebildet werden müssen! Was natürlich aufwand- und materialmässig keinen Sinn machte. Auch die ungünstig auf das Flugzeug auswirkende Gewichtsverteilung machte dieses Vorhaben problematisch. Die Lösung all dieser Probleme sahen alle Beteiligten schliesslich in fernbedienten Waffenständen. Also, eine Lösung innerhalb der Höhenkammern, um Waffenstände synchron mit der Steuer-Bewegung des zu zielenden Schützen zu verbinden.

Junkers entwickelte daher einen hydraulischen Fernantrieb (FA) in enger Zusammenarbeit mit den optischen Firmen, wie zBs. Zeiss. Ab 1943 entsteht eine erfolgreiche Kooperation die bei der Junkers Ju 388 zum Fernantrieb FA 15 und dem dazugehörenden optischen Zielsystem PVE 11 A-1 führte. Passend dazu, entwickelte Rheimetall-Borsig die Hecklaffette  HL  131 Z zur fernbedienbaren Hecklaffette FHL 131 Z weiter! Nun konnte die Flugzeugbesatzung (3-4)  in grosser Höhe alle Aufgaben inklusive die Abwehr feindlicher Flugzeuge aus der Druckkabine ausführen, was ein grosser technischer Fortschritt war. Einsatzreife erlangten diese Systeme ab ca. 1943 bei der Junkers Ju 288 (mit PVE 8)  und ab Ende 1944 bei der Junkers Ju 388 (PVE 11).

TECHNIK
........ ZUR PRODUKTION UND EINSATZ

Der Übergang von den Rückblickfernrohren und den Beobachtungsrohren zu den technisch weiter entwickelten Periskopvisieren, geschah fließend zu den jeweiligen verschiedenen entwickelten Waffensystemen der Zeit.

Zeittabelle

1940

1942

1943

Am 28.10.1940, gab es bereits seitens der Luftwaffenführung einen "Vorschlag einer neuartigen Bewaffnungs- und Kampfmethode" mit Rückblickperiskopen für Bomber gegen von hinten angreifenden Jägern. Dies auch im Zusammenhang mit der starren Rückwertigen Bewaffnung für Flugzeuge.

"In den folgenden Jahren führten viele Ideen und Projekte zu großen Anstrengungen seitens der Ingenieure  um Waffensystem mit neuen optischen Geräten zu optimieren und auch umzusetzen. Die verschiedenen über die Jahre weiterentwickelten Waffensysteme machten Entwürfe wie Beobachtungsfernrohre, RF Rückblickfernrohre und Periskopvisiere sowie kombinierte Systeme fliessend. Daher wird oft in Dokumenten die Bezeichnung  Periskopvisiere verwendet, obwohl es sich um ein Rückblickfernrohr handelt. Die eigentliche Bezeichnung für die Periskopvisere, wird dann bei denn Druckkammern heraus mit  fernbedienbaren Waffensystemen generell verwendet und unterschieden."

Einbau eines Periskopes (Steinheil) in eine Attrappe der Heinkel He 219, B + C Stand Periskop horizontal mit je einem Ausblick zur Seite für die Me 310. Antrieb des Periskops durch mechanische Rückmeldungen durch die Lafette. Der Visierstand dient in diesem Falle gleichzeitig als Steuerungskasten für das Periskop selbst!


 

Das PVE 11 A-1 war die logische Fortsezung aus den früheren Erfahrungen von Zeiss mit den Periskopvisieren PVE 8 und PVE 9, die zu der Zeit um 1943 bereits einsatzfähig waren. Das PVE 8 zBs. bei der Junkers 288 für den C-Stand. Diese Erfahrungen sowie eine Reihe von Baugruppen aus der Produktion des PVE 8 und PVE 9, fliessten in die Produktion des PVE 11 A-1 mit ein. Fehler aus dem frühren PVE 6 konnten weitestgehend bei der Konstruktion vermieden werden. 

Periskopvisier PVE 11 A-1

  1944

April

März

Januar

Juli

September

August

Oktober

November

Termin für die erste Fertigung eines PVE 11 A-1 wurde seitens Carl Zeiss Ende Januar 1944 angegeben!

Im März 1944 wird der erste Versuchsstand einer Junkers Ju 388 bestehend aus FHL 15. PVE 11 A-1 und Fernantrieb FA 15 durch Verantwortliche des RLM und der Firma Zeiss in Tarnewitz besichtigt. 

Erster Einbau und Besichtigung eines PVE 11 A-1 in eine Junkers Ju 388 "V-6" 

Der Fertigungsvorlauf (ca. 500 Stück Vorserie) der PVE 11 A-1 für die Junkers Ju 388 verzögert sich um 3/4 Jahre !

Zweites Versuchsmuster "V-2" des PVE 11 A-1 zur Erprobungstelle nach Tarnewitz

Ab Oktober 1944 sind mit der Ju 388 L V2 und deren unter Druck stehenden Höhenkammer sowie mit der eingebauten Waffenanlage PVE 11 mit FA 15 Einflugprogramme absolviert worden.

Justierung mit FHL 131 Z in Tarnewitz mit der  Attrappe einer  Junkers Ju 388

Mit der Ju 388 L "V2", und der vollen Periskopausrüstung inklusive Fernantrieb FA 15, sind ab September 1944 weitere Schiessversuche mit MK 108 durchgeführt worden. Dabei war bereits die serienmäßige Periskopverkleidung als Schutz an das Periskop angebaut worden.

Jukers Ju 388 mit einer FHL 131 Z

Bildquelle: Sammlung Griehl

"Am Ende führten Ersatzteilmangel sowie fehlende Transportwege und die bevorstehende Einnahme durch Alliierte Streitkräfte zum Stillstand der Produktion und der 2.Weltkrieg näherte sich dem Ende zu."

Die wenigen  fertiggestellten PVE 11 A-1 (ca. 4-6) fielen den Siegermächten in die Hände. Und wurden ab 1945 auch in deren neuen Bomberprojekte weiter verwendet (Sowjetunion) oder getestet (USA).

Die aussergewöhnliche hochstehende Technik der deutschen grossen Periskope, waren vermutlich zu kompliziert und zu schwierig für die Siegermächte um diese Nachzubauen. Daher sind bald deren eigene Systeme entwickelt worden!

TECHNIK

Bedienung PVE 11 A-1

Bei beiden Ausguckskugeln sind kleine Salzpackete integriert.

Kasten mit Ersatzbirnen für Tag und Nachteinsatz (rot)

Schalter um das Farbglas ein und aus zu schalten

Spätes Typenschild als Abziehbild

Drehschalter für die VE Geschwindigkeit, sowie elektrischer Anschluss mit Erdungslitze (links)

1.    Die äusseren Glasflächen (Glasglocke am Ausblickkopf und Augenlinse am Okular) mit weichem sauberen Tuch reinigen (falls nötig).

 

2.    Prüfen, ob Geräteanschlusstecker angeschlossen und mit Sicherungsbügel gesichert ist.

 

3. Prüfen, ob Beleuchtungseinrichtung in Ordnung ist.

 

(Hierzu Bordnetz einschnalten und Verdunklungswiderstand auf "Hell" stellen). (Brennt die Lampe nicht, gegen Ersatzlampe aus dem Vorratskasten austauschen. Die am Deckel  befindlichen Reserveglühlampen dürfen nur während des Fluges verwendet werden und sind sofort nach der Landung wieder zu ergänzen).

 

4.  Bei Tageseinsatz Klarglaslampe einsetzen.

 

5. Bei Nachteinsatz Farbglas wegschalten (Fussbedal) und Farbglaslampe (rot) einsetzen

.

6. Bildschärfe durch Drehen des Okulares einstellen.

 

7.  Falls Sitzverstellung vorhanden, Sitz so verstellen, daß bei bequemer Körperhaltung und ohne verkrampfte Kopfhaltung das Gesichtsfeld voll übersehen werden kann.

8. Postition so wählen das beim Anlehnen des Kopfes das Gesichtsfeld voll übersehen werden kann.

 

9. Mit dem V-Einstellknopf die zu erwartende Flugzeug-Eigengeschwindigkeit einstellen.

 

(Vor dem Einstellen prüfen, ob der der Waffe und der zur Verwendung kommenden Munitionsart entsprechende Ve-Einstellring sich am PVE befindet. Wenn nicht, Ve -Einstellring austauschen).

10. Farbglas mit (Fusspedal) zuschalten, bei grellem Sonnenlicht

>> Einsatzreife erlangten die Systeme ab 1943 <<

TECHNIK

Einbau des PVE 11 A-1

Folgende Richtlinien waren ab 1943 gültig!

1. Einbauort so wählen, daß eine Verschmutzung der Glasglocke durch Fett- und Ölabsonderung der Motoren und Pulverschleim der Waffen nicht eintreten kann.

 

2. Um das PVE herum müssen im Flugzeug bzw. Visierstand nach allen Seiten ausreichend Fenster zur allgemeinen Orientierung vorgesehen werden, um dem Schützen das Auffassen des Zieles mit dem Richtknüppel der Fernsteuerung zu ermöglichen.

 

3. Die Periskopvisierachse muß in der Schnellfluglage des Flugzeuges rechtwinklig zur Ve-Richtung und zur Querachse des Flugzeuges liegen. Zulässige Winkelabweichung 1/2° in allen Richtungen.

(Die Hochachse des Waffenstandes muß grundsätzlich parallel zur Periskopvisierachse angeordnet sein).

 

4. Für das PVE muß eine flugzeugfeste Halterung vorgesehen werden, die aus einem Traglager und einem Stützlager besteht. Die Halterung gehört nicht zum Lieferumfang des PVE, sondern muß von der Flugzeugfirma beschafft werden.

 

Die Aufnahme des Traglagers muß:

 

a)    geteilt ausgeführt werden, um das Einbringen des PVE zu ermöglichen.

b)    in seinen Abmaßen muss das PVE für die kugelige Aufnahmefläche entsprechen, damit gewährleistet ist, daß sich das PVE in seiner LegersteIle leicht und ohne Zwang bewegen läßt,

c)    mit einem Haltearm für die Verdrehsicherung des PVE ausgerüstet sein. Dieser muß in seiner Richtung zur Flugzeuglängsachse so angeordnet sein, daß der Seitenzielstrahl 0° des PVE in Flugzeuglängsachse nach hinten zeigt.

Zum genauen Einjustieren des Zielstrahles ist am Haltearm für die Verdrehsicherung eine Justiermöglichkeit von +/- 3° vorzusehen.

Die Aufnahme des Stützlagers muß:

 

a) geteilt ausgeführt werden, um das Einbringen des PVE zu ermöglichen,

b) in seinen Abmaßen für die zylindrische Aufnahme entsprechen, damit das PVE beim Ausrichten nicht verzwängt wird.

c) nach Seite und Tiefe um +/- 2° .justierbar sein, das entspricht einem linearen Weg von +/-  20,8 mm.

 

5. Die Halterung muß, wenn notwendig durch dämpfende Verbindungsbauteile mit der Zelle verbunden sein um zu verhindern, daß Schwingungen auf das PVE übertragen werden. Die dämpfenden Verbindungsbauteile müssen jedoch so angeordnet sein bzw. ausgebildet werden, daß Winkelverschiebungen des PVE über 2/16° nicht eintreten können und möglichst nur Parallelverschiebungen stattfinden.

 

6. Für den Antrieb des PVE ist ein Seiten- und Höhenwinkelantrieb vorzusehen und so anzuordnen, daß

a) das Auswechseln des PVE möglich ist,

b) die Drehrichtungen mit denen des PVE übereinstimmen

c) die Umdrehungswerte mit denen des PVE übereinstimmen.

 

8.  Der Anschluß des Seiten- und Höhenwinkelantriebes an das PVE muß mit Hookschen Schlüsseln erfolgen.

 

9.  Für den elektrischen Anschluß muß ein zweiadriges Zuleitungskabel mit Stecker Fl 32 110-8 vorgesehen werden. Anschlußstecker und Zuleitungskabel gehören nicht zum Lieferumfang des PVE.

 

10. Der elektrische Anschluß muß dem Schalt Schema entsprechen.

11. Der Durchtritt des PVE durch die Zelle muß....

a) so groß gehalten werden, daß das PVE um +2° nach allen Seiten justiert werden kann.

b) durch eine nachgiebige Manschette abgeschlossen werden, um bei normalen Maschinen das Eindringen von Zugluft in die Zelle zu verhindern und bei druckdichten Zellen die Druckdichtigkeit herzustellen.

12. Für die Glasglocken an den  Ausblickköpfen muß bei C-Visierständen eine weg- und vorschlagbare Schutzkappe gegen Beschädigung bei Start und Landung vorgesehen werden, die während des Fluges von der Zelle aus bedient werden kann.

 

13. Das Gesichtsfeld des PVE darf im gesamten Seiten- und Höheneinstellbereich möglichst durch nichts behindert sein. Abweichungen hier von sind nur mit Genehmigung des RLM zulässig.

 

14. Der Richtknüppel der Fernsteuerung muß so angeordnet sein, daß

a) der Schütze denselben bequem bedienen kann,

b) derselbe als fühlbares Hilfsvisier für das Aufsuchen des Zieles geeignet ist, d.h. die Richtung des Richtknüppels muß der Schußrichtung entsprechen.

 

15. Bei eingebautem PVE müssen folgende Teile zugänglich sein:

der Rasthebel für den Einblickstutzen, der Einstellknopf für den Verdunklungswiderstand, der Ve-Einstellknopf, der Farbglashebel sowie zum Auswechseln der Ve-Einstellring, die Glühlampe für die Strichglasbeleuchtung, der Deckel mit den Reservelampen und die beiden Schaugläser an den Trockenpatronen.

Das PVE 11-A1 eingebaut in einer Junkers Ju 388 - gut zu erkennen der Spliterschutz unten für das Periskop, gegen Beschädigung durch Steine oder Mündungseinwirkung der Waffen

Bildquelle: Sammlung Griehl

Einbauarbeiten für die ferngesteuerte Hecklafette FHL 131 Z - Junkers Ju 388, gesteuert durch ein Periskopvisier PVE 11 A-1 und  dem Fernantrieb FA 15

Erste Erfahrungen mit fernbedienten Heckständen hatte man schon mit der FHL 151/20 in der Ju 288 V16 eingebaut worden.

Schliesslich war der FA 15 bereits,  sowohl für A- B- und C-Stand der Ju 288 vorgesehen.

Für den Fernantrieb  FA 15 wurden bei der Junkers Ju 388 immerhin ganze 274 Kugellager benötigt !

Bildquelle:

Sammlung Griehl

Das PVE 11-A1 eingebaut in einer Junkers Ju 388 - gut zu erkennen der Spliterschutz unten für das Periskop, gegen Beschädigung durch Steine oder Mündungseinwirkung der Waffen

Bildquelle:

Sammlung Griehl

TECHNIK

Impressionen zum  PVE 11 A-1

Das PVE 11 A-1 wurde von den Siegermächten nach dem Krieg für eigene Flugzeug-Entwicklungen und deren Waffensyteme weiter verwendet! - hier am Beispiel einer sowjetischen Entwicklung der  EF 140

Junkers Ju 388

Junkers Ju 388

Junkers Ju 388 L

....

Persikopvisiere sind  ist Teil eines ganzen Waffensystem`s.  Dieses besteht aus einem elektrischen oder hydraulischen - Fernantrieb (FA)  und der dazugehörenden  ferngesteuerten Drehlaffette (FDL).

 

Mehr dazu unter....

 

                

"Fernantriebe der Deutschen Luftwaffe"

 

  Bitte "klicken"  Sie hierzu zum Thema :

Fernantriebe

 der Luftwaffe

Entwicklung und

TECHNIK