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ENTWICKLUNG UND EINSATZ DES "Raketenvisier`s"

"Revi 16 DS" Sonderbewaffnung 1944 / 45

Der erste einsatzfähige Strahljäger der  deutschen Luftwaffe mit "R4M"  Luft-Luft Raketen Bewaffnung

TECHNIK

 

Das Bedürfniss zur Entwicklung eines Reflexvisieres zur optischen Erfassung eines Zieles, das mit Bordraketen (Sonderbewaffnung) bekämpft werden kann, kommt mit der Erkenntniss einher, dass Bordraketen ein anderes ballistisches Verhalten aufweisen, als herkömmliche Hochgeschwindigkeitsmunition.                                                                                    

                                                                                                                                                                                          Von Erwin Wiedmer

Entwicklung Revi`s für Bordraketen

Es kam zu der Zeit die Erkenntniss einher, dass Bordraketen ein anderes ballistisches Verhalten aufweisen, als herkömmliche Hochgeschwindigkeitsmunition. Die dazumal bereits vorhandenen grossen automatischen ferngesteurten  Zielsysteme / Fernsteuerrevi FS-Revi 1 (Visieranlge 1), waren zu der Zeit, rein durch Ihre grosse Bauform unmöglich in kleine Jäger wzB. in die Focke Wulf 190, ein zubauen.

Am 16.September 1944 wurden die Entwicklungsaufgaben zur "Panzerbekämpfung vom Flugzeug aus" an die Fachabteilung "E 6" der Erprobungsstelle Tarnewitz übergeben.

 

Aufgabe:

 

Zur Panzerbekämpfung vom Flugzeug (Fw 190 ) aus, soll Panzerschreck und Panzerblitz sowie PD 8,8 cm (Panzerbüchse) und 28 cm BR ((Rheinmetall) Raketengetreibene - R'Bomben) eingesetzt werden.

Fw 190 Dora  1945 in einem Wald von Schongau - mit R4M Raketen

>> Die Ballistik von Bordraketen stellte neue Herausforderungen dar <<

Hierführ, sollte die Fachstelle ballistische Unterlagen erstellen. Für den Panzerschreck kommt eine Schussentfernung von max. 300 m, für Panzerblitz max. 1000 m in Frage. Die entsprechenden Bahnneigungswinkel sind in Zusammenarbeit mit EK 26 (Erprobungskomando) zu klären.

Zweck:

 

Unterlagen für eine Visierentwicklung ! mit hoher Dringlichkeit...

 

Bemerkung: Zu diesem Zeitpunkt stand nur die Panzerschreck zu Verfügung. Die Panzerblitz kam erst später dazu. (ca. 1-2 Monate später!)

 

 

.

Am 07.Dezember 1944

 

Dokument (siehe rechts folgend )  Entwicklungsauftrag Nr.120 E-6 aus Tarnewitz, verdeutlicht diese Dringlichkeit und deren Problemstellungen mit Abschuss von Bordraketen aus Flugzeugen und dessen Suche, nach geeigneten Zielsystemen

>> Bei den Erprobungsstellen wurden neue Entwicklungen auf Ihre Fronttauglichkeit geprüft<<

Entwicklungsauftrag Nr.120 E-6, vom 7.12.1944

Das Reflexvisier Revi 16 "DS"

Visiere für Panzerblitz und Co.

 

EMS 1  - Ende Dezember 1944 legt ein Bericht von Carl Zeiss Jena dar, das die Entwicklung eines "Automatischen Visiers" für die Panzerraketen unbefriedigend verlaufen sind. Insbesondere ein neues "EMS 1" hat in Flugversuchen nicht entsprechende  Ergebnisse zu Tage gebracht. Das Gerät hat den "Schiebeeffekt" (siehe dazu im Bericht unten folgend) nicht automatisch erfasst und somit war die Trefferstreuung untragbar gross. Weitere Versuche wurden zu gunsten eines neuen "EMS 2" abgebrochen.

 

 

EMS 2 - Das 2. erweiterte Gerät ist durch Hinzuschaltung eines aus Kursschaltkasten und Ferngesteuertes Revi 1 (FS-Revi 1), bestehenden Windvorhalterechners WR 2 zu dem bisherigen EMS 1 entstanden. Dieses Gerät wurde im Einbau in eine Focke Wulf Fw 190 den Verantwortlichen vorgeführt. Bisherige Flugversuche, waren wesentlich günstiger als mit dem EMS 1, jedoch auch noch nicht befriedigend angelaufen. Grundbedingungen für einigermassen tragbare Trefferbilder war jedoch auch hierfür, das Anflüge nur in kleinen Winkeln zur Windrichtung erfolgten. Einer Serienmässige Entwicklung und Einführung, dieser Geräte wurden schlechte Prognosen gegeben, nicht mehr als etwa 100 Stück vor Mitte 1945 sind zu erwarten gewesen, obwohl die Aufgabenstellung einer -  "Sofortlösungen zu schaffen" war.

 

 

Entsprechend, wurde die neu in der Erprobung befindliche "TSA 2 D" (Tief- und Sturz-Anlage) als Ausgang für die geforderte Schnellentwicklung verwendet durch hinzuschalten eines Zusatzgerätes mit der Bezeichnung "RZG" (Raketenzielgerät), bestehend aus einem FS-Revi 1 (Ferngesteuertes Reflexvisier) und Zusatzwiderstandkasten.

TECHNIK

Focke Wulf Fw 190 mit Attrappenmäßiger Darstellung der Sonderwaffe PD 8,8 cm

REVI 16 DS "S" für Sonderbewaffnung

Hierzu, steht im Aktenvermerk

(Text unten folgend) Tarnewitz vom 29.12.1944 -  Für die Durchführung der Soforterprobung gemäss Entwicklungs-Auftrag gibt Carl Zeiss Jena ein "abgeändertes Revi 16 D" als V-Muster-Gerät sofort an die E-Stelle Tarnewitz ab, bei dem Windstärke und Ve (Eigengeschwindigkeit) einstellbar ist, und dadurch Reflexscheibenanstellwinkel, daher Aufsatz veränderlich eingegeben werden kann. Dieses Revi könnte sofort für die Umrüstung der mit Panzerblitz aufgestellten 4 Staffeln eingesetzt werden, sofern entsprechendes Erprobungsergebnisse positiv verlaufen sollten.

Die spätere Bezeichnung vermutlich als  "Revi 16 R" (R = Raketenvisier) gedacht. Das Reflexvisier  "Revi 16 E" hingegen gedacht die Wurfgranate 21 (WG.21) optisch ins Ziel zu visieren. Ist aber später durch das "Revi 12 F" mit einer "Doppelbildentfernungsmesser" Spiegelvorrichtung  (als Aufsatz) abgelöst worden. Diesen Aufsatz, hatte man auch auf dem Revi 16 erprobt.

Der Buchstabe "S"  als Anhang in der Bezeichnung, stand für >>Sonderbewaffnung<< !

"Die fehlende Berücksichtigung des seitlichen Schiebezustandes des Flugzeuges wird mit einem "Fächerschuss" kompensiert."

+++ Die Strichplatte (Fadenkreuz) hat eine ausgeprägte flache Vz Ellipsenform (Wirkungsbereich für Bordwaffen)  mit "Doppelzielmarken" in der Mitte +++

 

Die erste in Serie gebaute Luft-Luft Rakete der Welt R4M 1943

TECHNIK

REVI 16 DS "S" für Sonderbewaffnung

Hierzu, steht im Aktenvermerk

(Text unten folgend) Tarnewitz vom 29.12.1944 -  Für die Durchführung der Soforterprobung gemäss Entwicklungs-Auftrag gibt Carl Zeiss Jena ein "abgeändertes Revi 16 D" als V-Muster-Gerät sofort an die E-Stelle Tarnewitz ab, bei dem Windstärke und Ve (Eigengeschwindigkeit) einstellbar ist, und dadurch Reflexscheibenanstellwinkel, daher Aufsatz veränderlich eingegeben werden kann. Dieses Revi könnte sofort für die Umrüstung der mit Panzerblitz aufgestellten 4 Staffeln eingesetzt werden, sofern entsprechendes Erprobungsergebnisse positiv verlaufen sollten.

Die spätere Bezeichnung vermutlich als  "Revi 16 R" (R = Raketenvisier) gedacht. Das Reflexvisier  "Revi 16 E" hingegen gedacht die Wurfgranate 21 (WG.21) optisch ins Ziel zu visieren. Ist aber später durch das "Revi 12 F" mit einer "Doppelbildentfernungsmesser" Spiegelvorrichtung  (als Aufsatz) abgelöst worden. Diesen Aufsatz, hatte man auch auf dem Revi 16 erprobt.

>> Die spätere Bezeichnung sollte auf "Revi 16 R" wie Raketenvieser geändert werden!<<

<< Die Wunderwaffe gegen Allierte Bomberströme solte die Bachem Natter werden, Um doch noch die Wende für die Nazi`s herbei zuführen. Hierzu sollte die Natter  mit Bordraketen bestückt werden >>

TECHNIK
TECHNIK

Verfahren mit FS-Revi und Schiebewinkel-Messer mit kompletter Vorhaltebildung für Raktenwaffen

Forderungen zur Kompensierung des Schiebezustandes des Flugzeuges, wie er bei Seitenwind bzw. seitlicher Gegnerfahrt zutrifft. Und beim Abschuss unterschiedlicher Raketentypen beim Verlassen der Abschussschiene mit geringer Geschwindigkeit. Haben die Ingenieure der Entwicklunsfirmen, dazu veranlasst über ein neues Verfahren mit Hilfe eines bereits in Entwicklung befindlichen ferngesteurten Reflexvisieres "FS-Revi" mit Schiebewinkel-Messer "S-Messer" nach zudenken..............

Aufgabenstellung Betreff Raketenschuss:

Infolge der geringen Geschwindigkeit, mit der die Rakete die Schiene relativ zum Flugzeug verlässt, wirkt sich ein Schiebezustand des Flugzeuges, wie er bei Seitenwind bzw. seitlicher Gegnerfahrt auftritt fast mit vollem Wert aus. Während beim Raketenschuß mit Revi 16 R den dadurch auf tretenden seitlichen Ablagen durch einen Fächerschuß Rechnung getragen wird, soll unter Verwendung eines FS-Revi ein Schiebewinkelmesser die seitliche Steuerung des Visieres durchführen wobei neben dem Abgangswickel der Rakete zugleich der Vorhalt auf Grund der Winkelgeschwindigkeit zu erfassen ist, wie sie sich beim Ausfliegen des Seitenwindes bzw. der seitlichen Gegnerfahrt ergibt. Die Tiefensteuerung des Visieres ist in der beim Revi 16 R in Anwendung gekommenen Art beizubehalten.

Die auf Grund der vorgesehenen Maße durchgeführte Empfindlichkeitsbetrachtung des S-Messers sichert eine Seitenablage von ± 1 m auf 300 m Schrägentfernung. Bei der Federjustierung kann auf eine genaue mechanische Justierung (Versetzung des Angriffspunktes der Federkraft) verzichtet werden, da sich bei der elektrischen Justierung am Muwi die Möglichkeit einer Gesamtjustierung bietet.

 

Die Visier-Seitenverstellung, die sich aus dem Abgangswinkel der Rakete (t) und dem Seitenvorhalt (wt) zusammensetzt, erweist sich bei Horizontalhaltung der Flugzeugquerachse als proportional dem Schiebewinkel, wobei der Faktor wesentlich von der Fahrt, daneben von der Schußentfernung und dem ballistischen Verhalten des Raketentyp abhängt. Da sich dieser Faktor für kleinere und mittlere Schußentfernung unter 1 hält, ist ohne zusätzliche Dämpfung in der Schiebewinckeleinführung auszukommen.

 

 

>>Die Kompensierung des "Schiebewinkels" des Flugzeuges und beim Abschuss unterschiedlicher Raketentypen!<<

Der am Geber des Schiebewinkel-Messers entstehende Drehwert ist proportional, da sich der Faktor Ve2 mit zu der v-Funktion nehmen lässt, die (q) in in die Visier-Seitenverstellung überführt, erfordert die Übertragung nur ein "Muwi" (Musterwinkel) dessen Ve-Teilung für den gleichen Raketentyp schwach e-abhängig ist.

I. Der Schiebewinkelnesser

 

1)    Aufbau

2)    Empfindlichkeitsforderung

3)    Federdimensionierung

 

II. Visier-Seitenverstellung

 

1)    Abgangswinkel der Rakete

2)    Winkelgeschwindigkeit und Schiebewinkel

3)    Visierseitenverstellung

4)    Funktionstafel für Muwi-Skala

<< Die Zahlenrechnung bassierend auf die Focke Wulf Fw 190 und Panzerplitz (Bordrakete) >>

<<  Quellen: Besprechung Kor-Käm 5.1.45

Revi 16 R; Berichte Nr. 65 & 67 Käm

Schiebewinkel: Fernschreiben von Focke Wulf Bad Eilsen vom 27.12.44 >>

....die R4/M (Rakete 4 Kilogramm Minenkopf), genannt „Orkan“, war während des Zweiten Weltkriegss die erste deutsche in industriellem Ausmaß gefertigte Luft-Luft-Rakete, die auch wirklich als einsatzfähig betrachtet werden konnte.

In der kurzen Zeit ihrer Frontverwendung wurden damit vorwiegend die Jagdflugzeuge  des Typs Messerschmitt Me 262 und Focke-Wulf Fw 190 ausgerüstet....

Bordraketen der Luftwaffe

Entwicklung und

TECHNIK

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