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Rückblickfernrohre

RF Rückblickfernrohre

Das Rückblickfernrohr ist ein optisches Visiergerät für starr nach rückwärts eingebaute Bordwaffen im Flugzeug. Das Ziel wird vom Flugzeugführer über ein Fadenkreuz anvisiert.

 

Auch wird das Rückblickfernrohr in Aufklärern und grossen Bomberflugzeugen zur Rückwärtigen Absicherung verwendet um eventuelle Verfolger zu entdecken.

 

Rückblickfernrohre werden direkt aus dem Flugzeugrumpf oder dem Führerraum ausgebracht. Dabei sitzen diese in einem Flansch, der eine Drehung des Rückblickfernrohres in alle Richtungen (360°)erlaubt. Meist sind diese, vor dem eigentlichen Einsatz in einer Ruhestellung fixiert.

 

Die Augenmuschel sowie eine eventuelle Kopfstütze sind drehbahr um mit dem linken oder rechten Auge durchsehen zu können.

 

Neuere Modelle (1944/45), hatten bereits eine elektrische Heiszung integriert die von dem Flugzeugbordsystem gespiesen wird, um das einfrieren (Beschlag der optischen Linsen) in grossen Flughöhen zu verhindern.

 

Das optische Zielvisier, besteht aus einem Vorhaltekreis sowie einem Fadenkreuz (Distanzmarken).

 

Die optischen Systeme bestehen aus verschiedenen Prismen, Okulare und diversen "Umkehrlinsen".

 

- Dadurch ensteht ein höhenverkehrtes, seitenrichtiges Bild im Gesichtsfeld des Beobachters. Infolge dieser Anordnung ist ein von hinten anfliegendes Flugzeug (Ziel) mit denselben Steuerbewegungen des Steuerknüppels ins Sichtfeld (Fadenkreuz) zu bringen, wie wenn ein vorausfliegendes Flugzeug über ein Reflexvisier.

Messerschmitt Me 410 mit RF 1A bei der Erprobungsstelle Tarnewitz

Bild: Archiv Meixner

Entwicklung zu den RF Rückblickfernrohren

In den vielen Kriegsjahren des 2.Weltkriege führten viele Ideen und Projekte zu großen Anstrengungen seitens der Ingenieure um Waffensystem mit neuen optischen Geräten zu optimieren und auch umzusetzen. Die verschiedenen über die Jahre weiterentwickelten Waffensysteme machten Entwürfe wie Beobachtungsfernrohre, RF Rückblickfernrohre und Periskopvisiere sowie kombinierte Systeme fliessend. Daher wird oft in Dokumenten die Bezeichnung  Periskopvisiere verwendet, obwohl es sich um ein Rückblickfernrohr handelt. Die eigentliche Bezeichnung für die Periskopvisere, wird dann bei denn Druckkammern heraus mit  fernbedienbaren Waffensystemen generell verwendet und unterschieden !

Startschuss für eine neuartige Bewaffnung

Am 28.10.1940, gab es bereits seitens der Luftwaffenführung einen "Vorschlag einer neuartigen Bewaffnungs- und Kampfmethode" mit Rückblickfernrohren  für Bomber gegen von hinten angreifenden Jägern. Dies auch im Zusammenhang mit der starren rückwertigen Bewaffnung für Flugzeuge!

Ausschlaggebend, waren die hohen Verluste der Messerschmitt Bf 110 über England 1940

 

Als Begleitjäger in der Luftschlacht um England bewährte sich die Bf 110 nicht. Obwohl ihre Reichweite für ihren geplanten Haupteinsatzzweck ausreichend war, waren ihre Flugleistungen inzwischen hinter denen der einmotorigen gegnerischen Jagdflugzeuge zurückgeblieben. Besonders im Vergleich zur schnellen Spitfire waren die Flugleistungen der Bf 110 nicht ausreichend, abhängig von der Flughöhe war ihr auch die etwas langsamere Hurricane überlegen. Da sie als zweimotoriger schwerer Langstreckenjäger ausgelegt war, war die Wendigkeit der Bf 110 zwangsläufig schlechter als die von einmotorigen Flugzeugen. So konnte sie aus der defensiven Position, in die sie durch ihre unterlegene Leistung – aber auch durch die deutsche Taktik, Nahbegleitschutz für die Bomberformationen zu fliegen – gedrängt worden war, nicht erfolgreich kämpfen. Auch die aus einem einzelnen MG 15 bestehende − nach hinten wirkende − Abwehrbewaffnung konnte diese Nachteile nicht wettmachen. - Das war der Startschuss für neue Waffensysteme mit Rückblickfernrohren!

Messerschmitt BF 110 (1942) mit Rückwärtsbewaffnung und RF 1A

Auch zukünftige Projekte der deutschen Luftwaffe sollten ab 1945 mit RF`s ausgerüstet werden um den rückwärtigen Luftraum auf mögliche Feinde beobachten zu können. Insbesondere Aufklärungsflugzeuge mit keiner eigenen Defensivbewaffnung!